Trend 1: Short und Long Form – erst Aufmerksamkeit wecken, dann Substanz bieten
In der Welt von Kommunikation und Marketing ist die Short Form – kurze, schnelle Inhalte – allgegenwärtig: TikTok-Clips, Instagram Reels, 270-Zeichen-Posts oder Newsletter-Häppchen zielen auf Aufmerksamkeit und setzen auf Botschaften, die sofort wahrgenommen werden.
Doch nun erlebt die Long Form ein Comeback: Podcasts, Whitepapers, ausführliche Blogartikel oder YouTube-Videos, die Themen tiefgründig erklären. Diese Formate erfordern zwar mehr Zeit und Vorbereitung. Doch dieser Aufwand lohnt sich, um Expertise zu beweisen und langfristige Beziehungen und Vertrauen aufzubauen.
Für Unternehmen, Organisationen und Marken bedeutet das: Sichtbarkeit allein reicht nicht aus.
Wer glaubwürdig sein will, kombiniert schnelle, aufmerksamkeitsstarke Häppchen mit wissenswerten und nützlichkeitsorientierten Long-Form-Beiträgen.
Die Mischung bringts.
Trend 2: Unshittification – Qualität statt Tricks
Der kanadische Autor und Netzaktivist Cory Doctorow prägte den Begriff der «Enshittification» und meinte damit den schleichenden Qualitätsverlust von Plattformen, Medien und Kommunikationsmitteln – geprägt durch Clickbait, immer mehr Werbung, weniger Substanz und manipulativem Design.
Unternehmen und Organisationen, die ihren User, Leserinnen, Kundinnen oder Follower echten Mehrwert bieten wollen, sollten in Kommunikation und Marketing auf den Gegentrend «Unshittification» setzen. Das bedeutet: weniger Tracking, keine absichtlich falsch platzierten Buttons, keine Kündigungs-Irrgärten, dafür einfache UX und transparente Preise. Und: guter Content mit echtem Nutzen – statt nur Klicks und Reichweite zu maximieren.
Tipps für die Praxis:
- Klar statt clever um jeden Preis: Verständliche Sprache, weniger Buzzwords, mehr Präzision
- Echten Nutzen liefern: Inhalte einordnen, Hintergründe erklären und Orientierung bieten
- Respektvoll kommunizieren: nicht manipulieren, keine künstliche Dramatisierung, keine Infantilisierung
Trend 3: M-shaped-Modell – Mehrfachkompetenz gefragt
Klassische Jobprofile in Kommunikation und Marketing haben ausgedient. Heute geht es nicht mehr um eine einzelne Kernkompetenz plus etwas Überblick wie früher beim T-shaped-Profil, sondern um mehrere tragfähige Expertisen (verkörpert durch die drei Standbeine des «M»).
Kommunikator:innen müssen heute Fachwissen, strategisches Denken und technologische Kompetenz verbinden. Dazu kommt selbstverständlich KI-Kompetenz, vor allem die Fähigkeit, KI-Ergebnisse zu bewerten, einzuordnen und nutzbar zu machen.
Für Kommunikationsagenturen bedeutet das konkret: Teams müssen interdisziplinärer aufgestellt werden, Karrierepfade beweglicher sein. Systematische Weiterbildung wird wichtiger denn je. Die gezielte Kombination von unterschiedlichen M-Profilen entscheidet, wie Agenturen in Zukunft erfolgreich, innovativ und handlungsfähig bleiben – und das Beste aus ihren Talenten herausholen.
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