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Besser schreiben: 8 Tipps für Kundenbriefe und E-Mails

Trotz WhatsApp, Messenger & Co. sind Kundenbriefe und E-Mails immer noch eine Visitenkarte für Unternehmen und eine Chance, Beziehungen zu Kund:innen zu stärken. Die moderne, professionelle Geschäftskorrespondenz ist klar, transparent und lösungsorientiert.

Inhalt

Autor:in

Mareike Fischer
Hände tippen auf der Tastatur eines Laptops

Aus unseren Workshops zur zeitgemässen Geschäftskorrespondenz haben wir praxisnahe Tipps zusammengestellt – plus eine Liste der häufigsten Rechtschreib- und Grammatikfehler.

1. Gliedere deine Briefe und E-Mails

Eine klare Struktur erleichtert das Schreiben und macht den Text für die Lesenden sofort nachvollziehbar. Bausteine für den Aufbau:

  • Betreff: prägnant und klar
  • Anrede: persönlich und passend
  • Einstieg: Bezug auf Anliegen oder Anlass
  • Entscheid: direkt und verständlich
  • Begründung: nachvollziehbar erklären
  • Hinweis: auf Informationen oder Websites verweisen
  • Handlungsaufforderung: konkret sagen, was als Nächstes zu tun ist
  • Kontaktangebot: Dialogbereitschaft signalisieren
  • Grussformel: verbindlich und individuell

So führst du deine Leser:innen Schritt für Schritt und vermeidest Missverständnisse.

2. Wähle die passende Anrede und Grussformel

Die Anrede ist der Türöffner. Beim ersten Kontakt lieber etwas formeller bleiben: z. B. «Sehr geehrte Frau XY». Reagiert dein Gegenüber locker, kannst du später zu «Guten Tag» oder «Liebe Frau XY» wechseln.

Passe dich an die Wortwahl der Empfängerin oder des Empfängers an. Vermeiden: «Hallo», «Hi», «Liebe alle».

Die Grussformel sollte zum Verhältnis passen:

  • Freundliche Grüsse: neutral, geschäftlich, sicher – immer korrekt.
  • Beste / Herzliche Grüsse: persönlicher, zeigt Bekanntschaft und Freundlichkeit.
  • Liebe Grüsse: nur bei vertrautem Verhältnis oder Du-Kultur; für geschäftliche Korrespondenz akzeptabel, wenn man sich gut kennt.

Auch individuell angepasste Varianten, z. B. «Sonnige Grüsse aus Bern» kommen häufig gut an und schaffen eine persönlichere Ebene. Vermeiden: Abkürzungen wie «LG» oder nur «Gruss».

3. Siezen oder duzen?

Im deutschsprachigen Geschäftsleben ist das «Sie» Standard und vermittelt Respekt. In kreativen Branchen ist das «Du» jedoch häufig üblich und schafft Nähe. Orientiere dich an deiner Zielgruppe.

Unsicher? Dann zunächst siezen – später kannst du den Ton bei Bedarf anpassen.

4. Vermeide Schachtelsätze

Lange Schachtelsätze erschweren das Lesen. Formuliere kurz und klar: ein Gedanke pro Satz, Wichtiges nach vorne, idealerweise pro Satz weniger als 15 Wörter. Beispiel:

  • Statt: Bezugnehmend auf Ihr Schreiben vom 12. Juli, in welchem Sie uns Ihre geänderten Kontaktdaten mitgeteilt haben, bestätigen wir Ihnen hiermit die Änderung derselben in unserem System.
  • Besser: Vielen Dank für Ihre Mitteilung vom 12. Juli. Wir haben Ihre neuen Kontaktdaten in unserem System aktualisiert.

5. Schreibe aktiv und positiv

Aktiv macht Texte lebendig, Passiv klingt distanziert und bürokratisch. Beispiel:

  • Statt: Ihre Anfrage wurde geprüft und eine Rückmeldung wird Ihnen demnächst zugestellt.
  • Besser: Wir haben Ihre Anfrage geprüft und senden Ihnen bis Ende Woche eine Rückmeldung. 

Ebenso wichtig ist eine positive Grundhaltung. Erwähne ein Problem so kurz wie nötig und leite sofort zu Lösungen über. Beispiel:

  • Statt: Leider können wir Ihren Antrag nicht berücksichtigen, weil wichtige Unterlagen fehlen.
  • Besser: Damit wir Ihren Antrag bearbeiten können, benötigen wir noch folgende Unterlagen: … Sobald diese bei uns eintreffen, erhalten Sie die Bestätigung. 

So zeigst du, dass du lösungsorientiert und professionell kommunizierst.

6. Vermeide Nominalstil

Nominalisierungen machen Texte schwerfällig. Beispiele:

  • Statt: Die Durchführung der Kontrolle erfolgte am 3. Mai.
  • Besser: Wir haben die Kontrolle am 3. Mai durchgeführt.
  • Statt: Wir bringen die neuen Regelungen zur Anwendung.
  • Besser: Wir wenden die neuen Regelungen an. 

7. Setze Wörter auf Diät

Kürzer ist klarer. Streiche gestelzte Wörter wie «diesbezüglich», «in Anbetracht» oder «infolge». Deine Texte wirken dadurch moderner und verständlicher.

8. Achte auf Layout und Feinschliff

Mach es deinen Leser:innen einfach:

  • Absätze alle 3–5 Sätze
  • Zwischenüberschriften nutzen
  • Bullet Points einsetzen
  • Wichtige Wörter sparsam fett markieren
  • Rechtschreibung prüfen (Word Editor, DeepL Write, ChatGPT) 

Bonus: Vermeide die häufigsten Rechtschreib- und Grammatikfehler

Aus unserem Agenturalltag – Fehler, die wir häufig in E-Mails und Briefen sehen:

Rechtschreibung:

  • Ihr seitIhr seid
  • StandartStandard
  • PacketPaket
  • Du erhälstDu erhältst
  • Schön, dass ihr da wardda wart 

Grammatik:

  • Hast du mein Brief gelesenmeinen Brief
  • Sie erhalten von Herr Müller eine Offertevon Herrn Müller
  • Die Verkaufszahl war höher wie im Vorjahrals im Vorjahr
  • Am Anfang diesen Jahresdieses Jahres
  • Falsche Superlative: einzigste, optimalste
  • Superlativierte Verben: der best verkaufteste Artikel, die meist gelesenste Medienmitteilung
 

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